Gaselan krönt Saison mit einer magischen Pokalnacht

Am 05.06.2025 kam es in der Tischtennishalle des Rudolf-Harbig-Stadions zum „Gigantenduell“ im Finale um den Kreispokal LOS Nord. Die Finalpartie zwischen dem Rekordpokalsieger KSV Fürstenwalde und dem amtierenden Pokalsieger SG Gaselan Fürstenwalde sollte sich zu einem wahren „Thriller“ entwickeln.

Trotz einer starken Saison, welche die Gaselaner nur knapp auf Platz 2 hinter Erkner I abgeschlossenen hatten, galten die Spieler vom 1. KSV Fürstenwalde (5. Platz in der Liga) als leicht favorisiert, da die beiden Ausnahmespieler Mario Berndt (71 Siege 3 Niederlagen) und Olaf Plocke (58 Siege 9 Niederlagen) gegenüber Tobias Blodau (51 Siege 13 Niederlagen) und Matthias Umlauf (43 Siege 12 Niederlagen) stärker einzuschätzen waren und der KSV Fürstenwalde bereits im Viertelfinale den Ligameister Erkner I mit 4:1 abfertigte. Ergänzt wurden die Mannschaften, welche im Pokalmodus mit 3 Spieler/-innen antreten und bis 4 Siegpunkte spielen, durch Martin Bronkow (17 Siege und 53 Niederlagen / KSV) und von Alexander Gigl (46 Siege und 23 Niederlagen / Gaselan), welchen die Gaselaner vor der Saison vom Gegner verpflichtet hatten.

Vor ca. 20 hauptsächlich Gaselaner Fans wurden in der ersten Runde folgende Partien angesetzt:

  1. Blodau T. vs. Plocke
  2. Gigl vs. Berndt
  3. Umlauf M. vs. Bronkow

Mit dem Wissen um den letzten Ligasieg (3:2 nach Sätzen) gegen Olaf Plocke ging Tobias Blodau selbstbewusst in die Partie und dominierte den ersten Satz bis zum 8:4 mit starken Antworten auf das topspinorientierte Spiel von Olaf Plocke. Plocke selbst wurde mit jedem Rückhandtopspin stärker und gewann den umkämpften Satz durch das aktivere Spiel in der Verlängerung mit 12:10. Dieser Satz war tatsächlich bereits der Gamechanger. Olaf Plocke lies seinen Gegner nicht mehr in die Partie kommen, welcher auch mental den ersten Satz nicht abschütteln konnte. Es folgte aus Gaselaner Sicht ein 8:11 und 7:11 und damit auch die erste deutliche Niederlage. Lange Gesichter der Fans beim Stand 0:1 auf der Anzeigetafel.

Nun sollte es also Alexander Gigl gegen Mario Berndt richten. Aufgrund einer gemeinsamen Vergangenheit bei KSV kannten die beiden Spieler den Spielstil des Anderen. Trotz des Ausnahmetalentes von Mario Berndt konnte man auf eine Überraschung hoffen, schließlich verlor Gigl vor wenigen Tagen in der Leistungsklasse I gegen Berndt nur knapp mit 2:3 trotz Matchbällen. Eine ähnliche Wunderleistung erhoffte man sich auch diesmal. Marion Berndt war aber eben durch dieses Match gewarnt und gewann trotz eines beherzten Auftritts des Gaselaners mit 3:0 (8:11, 9:11, 9:11). Der Fehlstart für Gaselan war perfekt 0:2!

Im Duell zwischen Matthias Umlauf und Martin Bronkow galt es nun die Nerven zu bewahren. Eine weitere Niederlage hätte bereits die Vorentscheidung bedeuten können. Für beide Spieler war die Spannung in der Halle zum greifen. Von einer lautstarken Kulisse unterstützt, dominierte der favorisierte Gaselaner den ersten Satz mit 11:2 und anschließend auch Satz 2 mit 11:6. In der Folge stellte Bronkow sein Spiel leicht um und wurde aktiver gegen den Ball. Die Taktik ging auf und der Satz mit 11:9 an den Spieler von KSV. Nun bloß keine Schwäche zeigen. Umlauf reagierte sofort und versuchte seinerseits wieder die Initiative zu ergreifen und feierte am Ende verdient einen weiteren Satzgewinn mit 11:8 und folglich auch den 3:1 Sieg. Nur noch 1:2 aus Gaselaner Sicht.

Um vor der abschließenden Einzelrunde nochmals Hoffnung aufkeimen lassen zu können, musste ein Doppelsieg her. Mit einer Bilanz von 15:2 konnten sich die Gaselaner in der Liga die Doppelkrone sichern, hatten aber auch in der Saison 23/24 2 Niederlagen gegen Plocke/Berndt einstecken müssen. Das diesjährige Ligaduell gewannen die Gaselaner wiederum mit 3:2. Es war also angerichtet.

Das Spiel hielt was es versprach. Ein ständiges Hin und Her sowie Auf und Ab der Gefühle auf beiden Seiten. Tolle Ballwechsel! Besonders in den ersten beiden Sätzen haderten die Gaselaner mit den Netz- und Kantenbällen der Gegner und mussten viel mental arbeiten. Mit 11:9 und 11:8 gingen die Sätze an Plocke/Berndt und die Stimmung in der Halle schien zu kippen. Gecoacht durch Gigl fanden die beiden Gaselaner aber nochmal in die Spur und das „Netzglück“ schien sich wie so oft auszugleichen (11:7). Während bei den Gästen die Kraft nachzulassen schien, spielten sich die Gaselaner angetrieben von ihren euphorisierten Fans in einen Rausch und gewannen die Sätze 4 und 5 deutlich mit jeweils 11:4.

Der Ausgleich zum 2:2 war da! Nun schien wieder alles möglich! Das nicht alles möglich war zeigte in Runde 2 Berndt vs. Blodau T. Die Gaselaner Nr. 1 blieb an diesem Abend ohne Stich und ging mit 0:3 (8:11, 5:11, 6:11) von der Platte. Wieder ein Rückstand und dem KSV fehlte nur noch 1 Punkt zum Pokalsieg. Das nächste Spiel konnte also bereits die Entscheidung bringen.

Angefeuert von den Gaselaner Fans versuchte Matthias Umlauf direkt von Beginn an die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Olaf Plocke sollte nicht in sein gewohntes Angriffsspiel kommen. Kurze Aufschläge, starke Blockbälle und eine ungewohnt sichere Rückhand brachten einen deutlichen Erfolg in Satz 1 (11:3). Entgegen seiner eigentlich Spielphilosophie wurde Umlauf passiver, konnte aber mit starken Blöcken und ausgesuchten Bällen auch Satz 2 für sich entscheiden (11:7). Gecoacht von Marion Berndt stellte Plocke sein Spiel kraftraubendes Angriffsspiel um und überraschte den Gegner, welcher mit vielen Schupf- und Topspinfehlern auf das Unterschnittspiel reagierte. Satz 3 ging folglich mit 11:9 an Plocke. Als Reaktion auf dieses passivere Spiel agierte Umlauf in Satz 4 wieder aktiver und sicherte sich den Satzerfolg mit 11:5. Mit diesem 3:1 Sieg begleitet von lautstarken Fans hieß es nun 3:3 und Entscheidungsspiel.

Hier trafen sich die vermeintlich schwächeren Spieler Gigl und Bronkow. Motto des Spiels: Defensive gegen Angriff. Um jeden Punkt wurde zwischen den ehemaligen Vereinskameraden gefightet. Oftmals hieß es am Ende des Punktes aber „Punkt Gigl!“. Getragen von der Anfeuerung durch seine Mannschaft und die vielen Fans konnte Gigl Satz 1 und Satz 2 mit jeweils 11:7 für sich entscheiden. An Bronkows Körpersprache war aber zu erkennen, dass er trotzdem an den Sieg glaubte und keinen Punkt herschenkte. Doch an diesem Abend war Gigl mental und spielerisch nicht mehr einzuholen und gewann mit 11:9 Satz 3 und ließ das „Gaselander Wohnzimmer“ beben.

Die Mannschaftskameraden stürmten in die Halle um den gemeinsamen Sieg zu bejubeln. Mit der Hymne „Niemand wird es wagen SG Gaselan zu schlagen!“ feierten die Gaselaner diese unglaubliche Pokalsaison, die noch allen lange im Gedächtnis bleiben wird. Auf den Autokorso durch Fürstenwalder Innenstadt hat man aus Sicherheitsgründen verzichtet 😉

Vielen Dank an die tollen Fans von gestern. Ihr habt auch einen gewaltigen Anteil an dieser magischen Nacht.

Danke auch an das vierte Mitglied der Mannschaft Andre Gerhardt, welcher ebenfalls ein wichtiger der Teil der erfolgreichen Pokalsaison war und viele wichtige Punkte holte.