Medaillen auf nationaler Ebene für Leichtathleten aus Fürstenwalde

Wenn die deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik im Juli stattfinden, haben die jungen Sportler mehrere Monate (und teils Jahre) dafür hart trainiert. Am Tag des Wettkampfes gilt es, seine Leistung abzurufen und die Nerven zu behalten.

Genau das hat Nele Kleinschmidt (W15) bei ihren ersten deutschen Meisterschaften getan und sich somit am Ende eine Medaille gesichert. In der Meldeliste war die junge Diskuswerferin mit ihren 42,57 m die Zweitplatzierte und sie reiste dementsprechend mit gewissen Erwartungen am 9.7. nach Bochum-Wattenscheid ins Lohrheidestadion. Gleichzeitig gab es Bedenken zur Teilnahme aufgrund einer hartnäckigen Verletzung im Oberschenkel. Ihren letzten Wettkampf am Wochenende zuvor hatte sie aus diesem Grund ausgelassen. Außerdem konnte sie kein richtiges Training in den letzten Tagen vor dem Wettkampf absolvieren. Aber mit ihrem Ehrgeiz und dem festen Glauben an sich selbst wollte sie unbedingt an ihren ersten deutschen Meisterschaften teilnehmen.
Gemeinsam mit ihrem Trainer Joachim Weihrich und ihren Eltern traten sie die Reise nach Bochum an. Die Erwärmung begann um die Mittagszeit am Freitag, 10. Juli, denn der Wettkampf war für 14 Uhr angesetzt. Bei ihren letzten Wettkämpfen konnte Nele oftmals bereits in den ersten Versuchen Würfe über die 40 m Marke zeigen, die für den Endkampf und eine Medaille an diesem Tag notwendig waren. In Bochum startete sie mit einem ungültigen Versuch, gefolgt von einem verpatzten Wurf auf 21,94 m. Die Nerven lagen blank, doch zur rechten Zeit kam ein wichtiger Input von Julia Harting, die regelmäßig mit Nele Diskustraining absolviert. Im dritten Wurf landete der Diskus bei 38,51 m wodurch sie den Einzug in den Endkampf schaffte und somit noch drei weitere Würfe absolvieren durfte. Der 4. Platz, den sie zu diesem Zeitpunkt belegte war allerdings nicht Neles Tagesziel. Im 4. und 5. Versuch konnte sie sich nicht verbessern und ging als Fünftplatzierte in den letzten Versuch. Es zählte der Moment und Nele bewies Nerven mit einem guten Wurf über 40 m. Als das Ergebnis von 41,64 m erschien hörte man Jubelschreie auf der Tribüne. Die Podestplatzierug entsprach der Meldeliste: Nele belegte Platz 2 hinter Lenya Mette vom SV Halle, die sich mit 42,51 m den Titel sicherte.
Die Freude über diese Medaille ist riesig und auch ein tolles kleines Abschiedsgeschenk für ihren Trainer Joachim Weihrich, denn zum kommenden Schuljahr wechselt Nele an die Sportschule nach Neubrandenburg. Durch sein vielseitiges Training und mit unermüdlichem Einsatz können solche Leistungen überhaupt erst möglich gemacht werden. Den Schritt an die Sportschule wagte damals auch die Diskuswerferin Claudine Vita aus Fürstenwalde, die danach ihre internationale Karriere startete und seitdem an zwei Olympischen Spielen und vielen weiteren internationalen Wettkämpfen teilnahm.

Der zweite Teilnehmer aus Fürstenwalde an den deutschen Meisterschaften in Bochum war Till-Hendrik Kunze (U18). Sein Wettkampf war bereits eine Woche zuvor am 4./5. Juli. Den Schritt an die Sportschule nach Potsdam wagte er bereits vor knapp anderthalb Jahren im Februar 2025. Der begnadete Läufer fühlt sich auf der 800 m Strecke am wohlsten. Im letzten Jahr belegte Till bei den Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse M15 den 8. Platz. In diesem Jahr ging er als jüngerer Jahrgang der U18 an den Start. Das bedeutet, als noch 16-jähriger zählt er gemeinsam mit in die Wertung aller 16- und 17-jähriger Läufer. Sein Mindestziel war das Erreichen des Finales, was er auch durch einen guten Vorlauf schaffte. In 1:57,11 min war dies zudem eine Bestleistung, Till reiste also in Bestform an. Nur einen Tag später fand das Finale statt. Till war der einzige 16-jährige, der das erreicht hatte und ging mit viel Respekt in dieses Rennen. In einem taktischen Rennen wurde er zunächst auf die hinteren Plätze verwiesen und musste den passenden Moment abwarten, um die Gruppe eventuell nochmal zu überraschen. Das gelang ihn in diesem Rennen leider nicht und Till belegte erneut den 8. Platz bei diesen deutschen Meisterschaften. Auch wenn er sich insgeheim mehr erhofft hatte, war er zufrieden mit seiner Leistung insbesondere aus dem Vorlauf und möchte die Erfahrung aus dem Finale nicht missen.

Einen versöhnlichen Wettkampf bestritt er eine Woche später in Bremen bei den Norddeutschen Meisterschaften. Till platzierte sich von Anfang an im vorderen Top 3 Feld und setzte sich auf den letzten 200 m an die Spitze. Den Endspurt konnte er für sich entscheiden und er beendete den Lauf in hervorragenden 1:55,66 min. Diese Zeit ist in Deutschland kein anderer Athlet in seinem Jahrgang dieses Jahr gelaufen. Als Norddeutscher Meister kann Till nun in den Sommer und in den Urlaub starten. Aber auch im Urlaub heißt es, Laufeinheiten zu absolvieren, denn die Vorbereitung für die kommende Saison beginnt praktisch gleich im Anschluss.

Die Abteilung Leichtathletik gratuliert beiden Sportlern zu diesen tollen Erfolgen und wünscht ihnen weiterhin alles Gute bei allen Trainingseinheiten, sowie den kleinen Wettkämpfen und großen Meisterschaften.